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Ernährung für Meerschweinchen

HEU ist das Grundnahrungsmittel für Meerschweinchen und sollte IMMER in einer guten Qualität (riecht frisch, sieht grün aus, nicht braun, keine Schimmelanteile) zur Verfügung stehen. Heu sorgt durch die regelmäßigen mahlenden Kaubewegungen dafür, dass die immer nachwachsenden Zähne kurz bleiben.
Daß trockenes Brot den Zahnabrieb fördert ist ein Ammenmärchen, durch die fehlenden Rohfasern fördert es lediglich Pilzbefall im Magen-Darmtrakt.

FRISCHFUTTER - Faustregel für die tägliche Fütterung:
10 % des Körpergewichts - ein 1000 gr-Meeri benötigt also ca. 100 gr Frischfutter pro Tag.

Eine tägliche abwechslungsreiche Ernährung ist sicher teurer als eine „Abfall“-Fütterung.
Aber – abwechslungsreiches Frischfutter versorgt die Tiere auf natürlichem Weg mit Vitaminen und Mineralstoffen. Je gesünder die Ernährung umso weniger die Gefahr von Krankheiten durch Mangelerscheinungen u.ä. Eine gesunde Ernährung spart sicher einige Euro beim Tierarzt im Laufe eines Meerschweinchenlebens. Wer auf vitaminreiche Frischfuttergaben achtet, muß auch keine (künstlich hergestellten) Vitamintropfen für die Tiere kaufen.

Empfohlenes Frischfutter:

Karotten, Äpfel, Paprika, Fenchel, Gurke, Zucchinis, Mangold, Petersilienwurzel, Rote Beete, Wirsing, Tomaten (ohne grüne Teile). "Bunter Teller"
  So kann ein bunter Teller aussehen.

Salate (in Maßen, hat wenig Nährwert): Eisberg, Romana, Endivie, Lollo Rosso, Feldsalat etc. Kopfsalat sollte wegen der hohen Nitratbelastung nicht gefüttert werden (evt. Biosalat), Salatstrünke und äußere Blätter wegen der hohen Schadstoffbelastung ebenfalls nicht.
Gras (kein Rasenmäher, da Fettrückstände) aus der Natur, an Seen, aus dem Wald, hart oder weich (langsam zufüttern).
Kleine Mengen (Gefahr von Blähungen oder hoher Kalziumanteil) von Broccoli, Spinat, Karottenkraut, Kohlrabi, Kohlrabikraut, Grünkohl, Blumenkohl, Radieschenblätter, Rucola, Maisblätter (ungedüngt!), Löwenzahn.
Sehr zuckerhaltig, auch hier nur kleine Mengen: Birnen, Bananen, Melonen.
Kräuter frisch, im Winter getrocknet: Spitzwegerich (gut für Niere/Blase, Erkältungen), Kamille, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Liebstöckel, Petersilie.

 Zweige/Blätter von Apfelbaum, Birne, Heidelbeer, Johannisbeer, Haselnußstrauch. Tannen- oder Kiefernzweige zum Knabbern und Druntersitzen. Liegen und gleichzeitig fressen - einfach traumhaft!

Alle „neuen“ Sachen sparsam zufüttern, damit der Magen-Darm-Trakt sich daran gewöhnen kann.
WICHTIG: Kein Klee und kein Lauch (auch nicht Schnittlauch, Bärlauch usw.)! Meerschweinchen können an Blähungen sterben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. Die Tiere sitzen dann gekrümmt und/oder mit aufgestellten Nackenhaaren bewegungslos in der Ecke. Hier muß sofort gehandelt werden, da Lebensgefahr besteht.

Meerschweinchen können kein Vitamin C bilden, es muss über die Nahrung zugeführt werden. Sehr Vitamin C-haltig sind z.B. Petersilie, Paprika, Spinat oder Broccoli. Diese sind aber auch sehr kalziumhaltig. Zu viel Kalzium kann Harngries oder schlimmstenfalls Blasensteine verursachen, was schnell lebensbedrohlich wird für die Tiere. Es ist deshalb wichtig, auf Vitamin C-reiche Ernährung zu achten, aber nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“, denn zu viel Kalzium ist für die Tiere auf Dauer auch schädlich.
Am besten fährt man mit dem Prinzip des „bunten Tellers“ = immer mehrere Gemüse- und Obstsorten gemischt füttern, dann ist eine ausgewogene Vitamin- und Mineralienversorgung gewährleistet. Wer einseitig füttert, z.B. nur Karotten oder nur Löwenzahn, riskiert schneller kranke Tiere. Viel Salat oder zuckerhaltiges Obst führt z.B. oft zu Durchfall.

Wer mehr über die genauen Inhaltsstoffe der einzelnen Futtermittel erfahren möchte, dem sei die Internetseite www.diebrain.de ans Herz gelegt.

Meerschweinchen in Innenhaltung mit ausreichend Heu und Frischfutter benötigen im Prinzip kein Trockenfutter. Es sollte deshalb nur in kleinen Mengen gegeben werden und nicht immer verfügbar sein. Tiere mit einem höheren Nährstoffbedarf, z.B. in Außenhaltung/Winter, schwanger oder krank, brauchen Trockenfutter, um ihr Gewicht halten zu können.
Meerschweinchen sind keine Getreidefresser (Dickmacher/Leberverfettung), deshalb ist ein getreidearmes oder getreidefreies TroFu zu bevorzugen (z.B. „Kräuter-spezial“ oder „Meerschweinchenfutter Light“ beides von JR Farm). TroFu kann mit getrockneten Kräutern angereichert werden, z.B. Spitzwegerich, Petersilienstengel, Brennesseln, Zitronenmelisse, Löwenzahn, Kräutermischungen.

Alle „Leckerlis“ und Futtersorten mit Honig, Zucker, Melasse, Karamel etc. sind schädlich für den Magen-Darmtrakt und verkürzen u. U. die Lebensdauer der Tiere. Auch Milchprodukte wie Joghurt etc. wirken negativ auf Magen und Darm, denn Meerschweinchen sind reine "Rohkostler". Sie tun Ihren Tieren etwas wirklich Gutes, wenn Sie sie artgerecht auf Pflanzenbasis ernähren, bei den „bunten Packungen“ im Supermarkt sollten Sie sehr genau auf die Inhaltsstoffe achten!

Tages-Futterplan
(nach R. Morgenegg, Autorin: „Artgerechte Haltung - Ein Grundrecht auch für Meerschweinchen“)

Morgens:
Heu frisch auffüllen, evt. Kräuter darüberstreuen (Echinacea, Löwenzahn, Spitzwegerich etc.)

Mittags/nachmittags:
2 x Frischfutter (ganz trocken oder ganz naß; NIE feucht, verursacht Gärung)

Abends:
Trockenfutter, frisches Heu.

Diese Reihenfolge verhindert, dass Meerschweinchen Frischfutter und TroFu gemischt fressen, was durch Gärung starke Blähungen hervorrufen kann. Diese sind für Meerschweinchen sehr schmerzhaft und können, wenn unbehandelt, zum qualvollen Tod führen. Meerschweinchen haben keine Darmbewegungen wie Menschen, sie müssen dauernd fressen, damit die Nahrung durch den Darm zum Ausgang transportiert wird. Deshalb ein Meerschweinchen nie hungern lassen (auch nicht vor Operationen!). Spätestens nach 2 Tagen des Nichtfressen muss zwangsernährt werden. Am besten ist ein spezielles Meerschweinchen-Päppelfutter (Critical Care oder Rodicare), wenn nicht zur Hand, Baby-Gemüsenahrung: Vorsicht: Babynahrung ist meist auf Ölbasis aufgebaut, bei Durchfall nicht geeignet.

Nützliche Internetseiten:
www.diebrain.de
www.fraumeier.de (TA-Seite, u.a. Critical Care-Päppelfutter erhältlich)

Dieses Infoblatt ersetzt nicht den Gang zu Tierarzt/Tierheilpraktiker. Es basiert auf neuesten Internet-Informationen und unseren Erfahrungswerten. Eine Haftung ist ausgeschlossen.


 

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