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  Außenhaltung

Züchter, Tierärzte, Verkäufer in Tiermärkten etc. stehen GANZJÄHRIGER Außenhaltung in der Regel positiv gegenüber. Was meist nicht geklärt wird, ist die Definition von "Außenhaltung"?

Es reicht NICHT, einen handelsüblichen Hasenstall geschützt ins Freie zu stellen und nachts ein paar dicke Decken herumzuwickeln. Gekaufte Ställe und Gehege sind fast nie für eine ganzjährige Außenhaltung verwendbar, denn die wenigsten sind doppelwandig und mit Styropor isoliert. Diese Kauf-Ställe bedürfen einer aufwendigen Nachbearbeitung, wenn sie für Winterhaltung genutzt werden sollen. Ein Stall alleine reicht aber nicht, da die Tiere dort nicht genug Bewegung haben und sich nicht aufwärmen können, die Schutzhütte sollte sich immer innerhalb eines mardersicher gebauten Auslaufs befinden. Viele Fachleute fordern, dass bei Winteraußenhaltung das Rudel mindestens aus 4 bis 5 Tieren bestehen sollte, damit die Tiere sich gegenseitig wärmen können.
Eine fundierte Beschreibung zum Thema findet man hier im Internet:
http://www.diebrain.de/Iext-aussen.html

Der größte "Feind" für Meerschweinchen ist Dauerstress, Feuchtigkeit und Zugluft. Bei Außenhaltung im Winter kommen fast alle Faktoren zusammen. Es sei denn, der Halter hat sich wirklich Gedanken gemacht, wie er den Tieren die Kälte erträglich machen kann. Dazu gehören feste isolierte Schutzhäuser, die frostsicher sind, in denen sich durch Temperaturfühler Zusatz-Wärmelampen einschalten, wenn die Temperatur unter ca. 5 Grad plus sinkt; eine Wärmeplatte, auf der Wasser und Futter steht, damit die Nahrung nicht einfriert etc. Wenn eine Außenhaltung so aussieht, dann ist das für die Tiere in Ordnung.
Oft hören wir das Argument, die Meerschweinchen kommen doch aus den Hochebenen Südamerikas, da ist es auch kalt. Das stimmt zwar, aber es ist eine trockene Kälte, keine feuchte wie bei uns. Dazu besteht eine gewaltiger Unterschied zwischen den ursprünglichen Meerschweinchen der Anden und den heutigen Zuchtformen in Deutschland.

Bei Außenhaltung muß ich mir als Halter auch bewußt sein, dass die Tiere im Winter auf keinen Fall ins Haus dürfen, auch nicht kurzzeitig zum Krallenschneiden o.ä. (siehe Informationen/Gesundheit/Meeri-TÜV). Hier ist das Risiko von Atemwegserkrankungen durch den Temperaturwechsel sehr groß, schnell kann eine Lungenentzündung daraus werden. Alle Pflegearbeiten müssen im Freien erledigt werden!

Weitere große Krankheitsrisiken bei Außenhaltung sind unseren Erfahrungen nach Entzündungen des Blase/Nierenbereichs, was sich in Harngries und im schlimmsten Fall Blasensteinen äußern kann (siehe auch Praxisberichte "Aggressiv oder krank?). Da die Tiere aber im Winter meistens nicht so ausgiebig beobachtet werden wie im Sommer (es ist ja kalt...), kann ein Meerschweinchen wochen- und monatelang Schmerzen haben, ohne dass der Halter es merkt.
Meerschweinchen sind Meister im Verstecken von Krankheiten, da sie sonst aus ihrem Rudel ausgeschlossen werden. Der Halter muss genau hinschauen, um sicherzugehen, dass alle Tiere gesund sind und nicht unter der Kälte leiden.
Manchmal sind Krankheiten auch hausgemacht: Wenn ein Langhaarschwein permanent im Feuchten sitzt, weil ihm niemand die Haare am Poppo zurückschneidet, dann lassen Blasenentzündungen nicht lange auf sich warten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Meerschweinchen-gerechtes Winterquartier mehr Aufwand und Kosten verursacht, als ein Quartier im Haus, wenn man es richtig machen und die Tiere länger als 2 oder 3 Jahre gesund über den Winter bringen will.
Da wir hier mit vielen Fällen von blutigem Urin = Blasenentzündung, Harngrieß und auch Blasensteinen konfrontiert waren, wenn wir Meerschweinchen (es waren immer Tiere ab 3 oder 4 Jahren) aus ganzjähriger Außenhaltung übernommen haben, lehnen wir eine Winterhaltung im Freien grundsätzlich ab. Jeder der Meerschweinchen hält, sollte im Interesse der Gesundheit seinen Tieren ein warmes Winterquartier zur Verfügung stellen.

 


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